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Rückblick Nordsee-Halligentour:

Fünf Lister SeekajakerInnen waren es noch, die am ersten Maiwochenende die Befahrung des Wattenmeers in Nordfriesland in Angriff nahmen. Wir waren uns nicht so sicher, ob es klappen würde, denn die Wettervorhersage schob uns immer mal wieder einen ziemlich windigen Tag dazwischen. Und schon in der Vorbereitungszeit versuchte uns die Untere Naturschutzbehörde Knüppel zwischen die Beine zu werfen, indem sie das Zelten auf den Halligen verbot. Hm, was nun?

Die Aufhebung des Zeltverbots kam rechtzeitig, bevor wir unseren Plan B aktivieren mussten. So starteten wir schließlich bei Ententeichbedingungen am Fährhafen Schlüttsiel und nahmen die 16km übers Watt zur Rixwarft am Südende der Hallig Langeneß in Angriff. Bei ablaufendem Wasser benötigten wir keine drei Stunden. Am Horizont erhoben sich die Warfthügel der Halligen Oland, Langeneß, Gröde und Hooge aus dem tiefblauen Salzwasser. Ab und zu wunderte sich ein Seehund über uns. Schon am Fährhafen in Schlüttsiel waren wir auf andere Kajakergruppen getroffen, die ähnliche Pläne hatten wie wir. Eine Gruppe der Salzwasserunion zeltete mit uns auf Langeneß, nahm ebenfalls das Grillbüffet auf der Warft Hilligenley in Anspruch und gemeinsam genossen wir den Bilderbuchsonnenuntergang am Leuchtturm.

Am nächsten Morgen wollten wir auf die westlich unseres Tagesziels Hooge gelegene Sandbank Japsand. Dazu mussten wir eine gute Stunde vor Hochwasser los, um uns die 5km noch von der Ebbe schieben zu lassen. Doch nicht eingplant hatten wir, dass wir um die Boote zu Wasser zu lassen, noch eine kleine Wattwanderung durch die verschlickte Bucht antreten mussten. Das zog so manchem von uns buchstäblich die Schuhe aus, denn mit beladenem Kajak knietief im Schlick zu versinken, warf unsere Startpläne gehörig durcheinander. So kamen wir nach langem Fußmarsch und halbherzigen Reinigungsversuchen erst mit Tidenkipp in die Boote. Anfangs lief es noch ganz gut gegen das auflaufende Wasser. Aber bereits in der zweiten Flutstunde stellten wir fest, dass gegen die Strömung eine Fahrt über Grund nicht mehr möglich war. Auch der Versuch, Hooge direkt zu erreichen, indem wir uns per "Seilfähre" quer zur Strömung hinüberschieben ließen, scheiterte an Kabbelwasser über von den Robben jetzt verlassenen Platten und an nachlasssenden Kräften. So hieß es "back to square one"! Wir ließen uns an unseren Startort zurückschieben, faulenzten in der friesischen Sonne und fuhren mittags bei Stillwasser um den Hochwasserstand direkt hinüber nach Hooge. Alles, was Schlick hieß, mieden wir fortan. Nach zünftigen Bauernfrühstücken und Pannfischen auf einer der Hooger Warften, schliefen wir gut im Schatten des Stelzenhauses am Seglerhafen. Da änderten auch die rund um die Uhr kreischenden Austernfischer und Seeschwalben nichts dran.

Der Sonntagmorgen begrüßte uns mit Nebel. Zum Glück nicht lange. Nachdem wir die Boote zur Einstiegsstelle gerollert hatten, war es schon wieder ziemlich klar. Das Wasser stand schon wieder so hoch, dass wir den Schlick vermeiden konnten. Zwischen den Halligen begrüßte uns ein weites Meer. Tonne für Tonne hangelten wir uns 20km zurück nach Schlüttsiel. Das GPS zeigte uns auch mal 8 km/h über Grund an, wenn wir Pause machten und nichts taten. Ach wie schön können Tidengewässer sein!

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